Die Bewahrung der einzigartigen Vielfalt von Raubtieren auf Borneo war das Ziel des „1st Borneo Carnivore Symposiums“, zu dem vom 18. bis 24. Juni 2011 Forscher, Artenschützer und Regierungsvertreter in Kota Kinabalu, der Hauptstadt des malaysischen Bundesstaates Sabah auf Borneo, zusammen kamen. Südostasien besitzt die größte Vielfalt an Raubtierarten; allerdings ist auch das Aussterberisiko hier bei weitem am höchsten. Schwerpunkt der Konferenz war die Bedrohung aller Raubtierarten auf Borneo und die Identifikation von Schlüsselgebieten für ihren langfristigen Schutz.

Mitten im Danum Valley Urwald

Aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise standen die 24 Raubtierarten Borneos bisher nicht im Zentrum von internationalen Schutzbemühungen. Gleichzeitig ist über die Lebensweise, die Verbreitung und den Status dieser Arten sehr wenig bekannt, so dass die Gefahr besteht, diese Arten zu verlieren, bevor klar wird, dass sie vom Aussterben bedroht sind.

Sind die Raubtiere Borneos noch zu retten?

Borneo

Die einwöchige Konferenz, die fast 200 Teilnehmer aus 15 Ländern zusammenbrachte, war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Erstens organisierten zum ersten Mal eine Regierungsbehörde (Sabah Wildlife Department), drei Expertengruppen der IUCN Artenschutzkommission (SSC, für Wildkatzen, kleine Raubtiere und Otter), und ein unabhängiges Forschungsinstitut, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gemeinsam eine internationale Konferenz. Zweitens wurde in einem noch nie dagewesenen umfassenden Ansatz Forschungsergebnisse wissenschaftlich aufgearbeitet und gemeinsam mit Naturschützern und Vertretern der Regierungen der drei Nationen auf Borneo, Brunei Darussalam, Malaysia und Indonesien, diskutiert.
Zu den Raubtieren Borneos gehören Wildkatzen, z. B. der Sunda-Nebelparder, Schleichkatzen, der Sunda-Stinkdachs und die verspielten Otter. Um diese unterschiedlichen Raubtiere zu schützen, sind besonders große, zusammenhängende Waldgebiete notwendig, welche ein breites Spektrum an Lebensräumen abdecken – z. B. Hochland- und Tieflandregenwälder und Feuchtgebiete. Diese sind heute akut durch Abholzung für Palmölplantagen gefährdet.

Palmölplantagen soweit das Auge reicht
Eine Studentengruppe
Einer der Studenten in Aktion

Die Organisatoren des Symposiums haben grosse Anstrengungen unternommen, Studenten die Teilnahme zu ermöglichen sie in Grundlagenmethoden wie Statusbeurteilung, Erhebungsmethoden im Feld, Auswertungen und Reporting, im Artenschutz auszubilden. Der UsitawiNetwork Club Bern Zytglogge hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Weitere Informationen unter www.catsg.org